Soziales Engagement als Treiber für Vereinsentwicklung

Warum Vereine wachsen, wenn sie mehr tun als Training anbieten

Wenn über erfolgreiche Vereinsentwicklung gesprochen wird, fallen häufig Begriffe wie Mitgliedergewinnung, Sponsoring, Trainergewinnung oder moderne Vereinsstrukturen.

Viel seltener wird über einen Faktor gesprochen, der in vielen erfolgreichen Vereinen längst eine entscheidende Rolle spielt:

gesellschaftliches Engagement.

Dabei zeigte sich während der KidsWeek an mehreren Beispielen, dass genau hier große Chancen für die Zukunft von Vereinen liegen. Vereine, die sich als aktiver Teil ihrer Kommune verstehen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, gewinnen häufig nicht trotz dieses Engagements neue Mitglieder und Partner, sondern gerade deswegen.

Vereine sind mehr als Trainingsanbieter

Viele Kinder und Familien kommen heute nicht automatisch mit einem Sportverein in Berührung.

Gleichzeitig suchen Kommunen, Schulen und Familien nach Lösungen für Herausforderungen wie Bewegungsmangel, sichere Mobilität oder mangelnde Teilhabe.

Genau hier können Vereine einen wichtigen Beitrag leisten.

Ein Fahrradverein kann beispielsweise:

  • Fahrradkurse für Kinder anbieten,
  • Mobilitätstage an Schulen unterstützen,
  • Ferienprogramme gestalten,
  • Familienangebote schaffen,
  • Menschen mit geringen Bewegungserfahrungen an das Fahrrad heranführen,
  • sichere Fahrradmobilität fördern.

Dabei entsteht oftmals etwas Bemerkenswertes, denn Radsportvereine haben die Möglichkeit, Ihre Kompetenzen klar sichtbar zu machen. Sie werden zu Kompetenzzentren des Radsports.

Der Verein wird nicht mehr ausschließlich als Sportanbieter wahrgenommen, sondern als wichtiger Akteur im gesellschaftlichen Leben vor Ort.

Warum Kinder nicht zwischen Verein und Alltag unterscheiden

Für Kinder macht es keinen großen Unterschied, ob sie gerade in einem Vereinstraining, einer Schul-AG oder einem Fahrradprojekt unterwegs sind.

Sie erleben vor allem:

  • Bewegung,
  • Gemeinschaft,
  • Anerkennung,
  • neue Erfahrungen.

Aus Sicht von Kindern ist deshalb jede gelungene Begegnung mit dem Fahrrad eine Chance, Begeisterung zu wecken.

Viele spätere Vereinsmitglieder lernen den Verein nicht im Training kennen, sondern bei:

  • Schulaktionen,
  • Stadtfesten,
  • Ferienangeboten,
  • Fahrradprojekten,
  • Mobilitätstagen,
  • offenen Vereinsveranstaltungen.

Je mehr Berührungspunkte entstehen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Familien den Weg dauerhaft in den Verein finden.

Engagement schafft Sichtbarkeit

Ein weiterer Effekt wird häufig unterschätzt:

Wer sich engagiert, wird sichtbar.

Viele Vereine investieren viel Energie in die Suche nach Sponsoren oder Fördermitteln. Gleichzeitig übersehen sie manchmal die eigene Stärke.

Ein Verein, der regelmäßig Projekte für Kinder, Schulen oder Familien durchführt, hat Geschichten zu erzählen.

Diese Geschichten machen sichtbar:

  • wofür der Verein steht,
  • welchen Beitrag er für die Gesellschaft leistet,
  • welche Menschen dahinterstehen.

Dadurch entstehen neue Kontakte zu:

  • Kommunen,
  • Stiftungen,
  • Unternehmen,
  • Schulen,
  • Verkehrswachten,
  • politischen Entscheidungsträgern.

Vereine werden als verlässliche Partner wahrgenommen und eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für Kooperationen und Förderung.

Gemeinschaft entsteht durch gemeinsames Handeln

Besonders interessant ist, dass soziales Engagement nicht nur nach außen wirkt.

Es verändert auch das Vereinsleben selbst.

Wer gemeinsam ein Schulprojekt organisiert, einen Mobilitätstag durchführt oder ein Feriencamp begleitet, erlebt häufig einen starken Gemeinschaftseffekt.

Menschen engagieren sich gerne für etwas, das einen erkennbaren Sinn hat.

Viele Ehrenamtliche berichten, dass gerade solche Projekte besonders motivierend sind, weil sie unmittelbar erleben können, welchen Unterschied ihr Engagement für Kinder und Familien macht.

So wird gesellschaftliches Engagement zugleich zu einem Instrument der Ehrenamtsentwicklung.

Vereinsentwicklung beginnt bei der Haltung

Die erfolgreichsten Beispiele der KidsWeek hatten eine Gemeinsamkeit:

Sie fragten nicht zuerst:

„Wie können wir mehr Mitglieder gewinnen?“

Sondern:

„Wie können wir einen Beitrag für Kinder und Jugendliche leisten?“

Der interessante Nebeneffekt:

Dort, wo diese Frage ernsthaft beantwortet wird, entstehen oft ganz automatisch neue Mitglieder, neue Kooperationen und neue Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn man als Verein tiefer in dieser Frage eintauchen möchte, gibt es z. B. den Willkommen im Radsport Instruktor als kostenloses E-Learning. Dieser Kurs unterstützt dabei, Fragen rund um die Werte des Vereins und das schaffen von Zugängen für Interessierte zu beschäftigen.

Zum Mitnehmen

Wenn ihr als Verein die Zukunft gestalten wollt, lohnt sich eine einfache Überlegung:

Welchen Beitrag können wir für Kinder und Jugendliche in unserer Region leisten, der über das eigentliche Training hinausgeht?

Denn Vereine wachsen häufig dort am stärksten, wo sie nicht nur Sport ermöglichen, sondern Verantwortung übernehmen.

 

Wichtige Informationen über Förderungen und Projekte können leicht bei den zuständigen Landessportbünden erfragt werden. 

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